Bild: © CODE UNIQUE

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3. Preis | Arbeit 105

Verfasser/in:
CODE UNIQUE
Dipl.-Ing. Volker Giezek, Dipl.-Ing. Martin Boden-Peroche
Katharinenstraße 5 | 01099 Dresden

Mitarbeiter/in der Verfasser/in:
Peter Weber, Paul Schmelzer, Christian Ecklebe, Dominic Geppert, René Dully, Stefanie Berger

Das Preisgericht stellt zu diesem Entwurf fest:

»Der Entwurf zeigt zwei gegeneinander verschobene, sich überschneidende Gebäudekuben mit leicht unterschiedlicher Höhenentwicklung, die eine klare Gliederung der großen Gebäudemassen ermöglichen. Es entsteht ein gut proportioniertes Ensemble, das sich selbstverständlich in den Stadtraum einbindet. Die Idee, die besonders hohe und große Multifunktionshalle im Süden anzuordnen, erlaubt, einen großzügigen Vorplatz zur Ecke Friedrich-Ebert-Allee/Rhein-/Wilhelmstraße auszubilden und damit dem Landesmuseum ein wohltuendes vis-à-vis zu geben. Diese großzügige Eingangsgeste auch für die Rhein-Main-Hallen stellt eine besondere Qualität des Entwurfs dar, der allerdings die Ausrichtung des Haupteingangs widerspricht. Auch erweist sie sich auch als städtebaulicher Mangel, da die größere Gebäudehöhe den Herbert-/Reisinger-Anlagen, die niedrigere der Stadt zugewandt ist, was als falsch angesehen wird.

Die Anhebung des Platzniveaus unterstreicht die exponierte Lage des Baukörpers, verhindert jedoch eine adäquate Vorfahrt. Nachteilig ist die Anordnung der Tiefgarageneinfahrt parallel zur Friedrich-Ebert-Allee, die die Attraktivität des Fußwegs entlang der Straße erheblich beeinträchtigt. Auch die Anlieferung, organisiert von Rheinstraße und Rheinbahnstraße, wird kritisch gesehen.

Die Fassaden sind klar strukturiert, jedoch ein wenig zu gleichförmig um das gesamte Gebäude gezogen. Der Verglasungsanteil ist sehr hoch.

Im Inneren bildet das großzügige zentrale Foyer ein Gelenk zwischen den beiden Gebäudevolumina und bietet damit gute Bedingungen für die Erschließung der Hallen. Bei Teilung der Multifunktionshalle und paralleler Bespielung sind jedoch die Bedingungen für die hinteren Teilbereich ungünstig. Generell wird eine klare Wegeführung angeboten, die Orientierung ist einfach. Kritisch gesehen wird die Lage der Treppe, die die Atmosphäre der Eingangshalle beeinträchtigt.

Die Funktionsabläufe entsprechen weitgehend der Auslobung, die Hallen und Säle sind wohl proportioniert. Die Hallen 2 und 3 lassen sich einfach zusammenschließen und die Säle im Obergeschoss werden sinnfällig durch de Break-Out-Räume ergänzt; diese sind attraktiv einem Atrium angegliedert.

Die Büros sind relativ weitläufig im 2. OG um die Halle gruppiert. Lage und Anordnung der Kita auf Souterrain-Ebene (-5 m) – sie ist über einen entsprechend tief gelegenen Hof erschlossen – können nicht überzeugen. Wirtschaftlich liegt die Arbeit gemessen an den Kennwerten im Mittelfeld, günstig in Bezug auf ihr A/V-Verhältnis.

Insgesamt stellt die Arbeit einen interessanten Ansatz dar, der versucht, mit der Stadtstruktur ‘zu sprechen’, und hierüber zu einer eigenständigen Lösung kommt.«

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Pressemeldung der Stadt Wiesbaden vom 22.03.2013

Architekturwettbewerb zu den neuen Rhein-Main-Hallen: drittplatzierter Preisträger nimmt nicht am weiteren Verhandlungsverfahren teil

Wiesbaden, 22.03.2013. CODE UNIQUE, das Architekturbüro aus Dresden, das am 12. März vom Preisgericht auf den dritten Platz gewählt wurde, hat bekanntgegeben, dass es an den weiteren Vergabeverhandlungen nicht teilnehmen wird.

»Wir haben zu diesem Zeitpunkt Abstand vom weiteren Verhandlungsverfahren genommen. Wir akzeptieren die kompetente Entscheidung des Preisgerichts, das unserer Meinung nach mit größtmöglicher Sorgfalt und Expertise gearbeitet hat und einstimmig den 1. Preis zur Realisierung empfohlen hat«, erläutert Volker Giezek, Geschäftsführer von CODE UNIQUE seine Entscheidung.

»Wir freuen uns, dass unser Entwurf im Wettbewerb überzeugen konnte und nach intensiver Diskussion des Preisgerichts als Drittplatzierter geehrt wurde.«

Nächste Schritte im Prozess

Mit den drei verbleibenden Preisträgern werden zeitnah Vergabeverhandlungen aufgenommen, um den Entwurf herauszuarbeiten, der letztlich umgesetzt werden wird. Dabei werden sich die bisher vorgelegten Konzepte noch verändern: Die Anmerkungen des Preisgerichts sowie Kriterien wie beispielsweise die Baukosten fließen in die Anpassungen der Entwürfe ein. Die Ergebnisse des Verhandlungsverfahrens sowie die Empfehlungen der Bürgerinnen und Bürger werden der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung vorgelegt, die im Juli entscheidet, welches Architekturbüro den Zuschlag für die Umsetzung erhält.

Ergebnisse des Wettbewerbs

Aktualisierung

Das Architekturbüro CODE UNIQUE hat am 22. März 2013 bekanntgegeben, daß es an den weiteren Vergabeverhandlungen nicht teilnehmen wird.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der offiziellen Pressemeldung der Stadt Wiesbaden, abgebildet im unteren Bereich dieser Seite.